GocheGanas in der Presse und im Internet - Artikel D-2006-10
   
Quelle: www.nzz.ch/2006/10/19/to/articleDO21L.html  Autor: Lars Radau

 

Neue Zürcher Zeitung, 19. Oktober 2006


Wellness in der Wildnis
Der Name klingt geradezu prosaisch: «Ort der Kameldornbäume mit einer wunderbaren Fülle von Kerzenschoten». So jedenfalls, sagt Ingo Stritter, ließe sich der aus der Damara-Sprache stammende Begriff Goche Ganas übersetzen. Das weckt Assoziationen von satten, bunten Farben und verlockenden, schweren Düften. Tatsächlich duftete auf der früheren Farm Goche Ganas, 30 Kilometer südöstlich der namibischen Hauptstadt Windhoek, lange Zeit etwas anderes: Von 1928 bis 1936 stand hier eine Käsefabrik.

Heute findet sich Käse allenfalls nur noch auf dem üppigen Frühstücksbuffet. Denn seit bald zwei Jahren ist Goche Ganas eine luxuriöse Wellness-Lodge. Auf dem Plateau eines Hügels inmitten eines 6000 Hektaren großen Naturreservates stehen 16 Gäste-Chalets, ausgestattet unter anderem mit Klimaanlage, TV und DVD-Player sowie Bädern, deren Fenster einen phantastischen Panoramablick auf eine unverdorbene Landschaft bieten. Mit etwas Glück kann man sogar ein paar Giraffen vorbeistolzieren sehen - immerhin leben 32 dieser Langhälse auf dem eingezäunten Besitz.

Die Idee, Wildtiere in einem Reservat zu halten, um so seinen Gästen spannende Erfahrungen zu ermöglichen, ist in Namibia nicht neu. Weil viele Viehzüchter sich auf dem Weltmarkt nicht mehr behaupten konnten, sattelten sie auf Tourismus um. Deshalb stellte sich Stritter, Spross einer seit vier Generationen im ehemaligen Deutsch- Südwestafrika lebenden Familie, schon auf der Hotelfachschule am Tegernsee die Frage, wie er sich wohl von den übrigen Reservaten abheben könne. Die Antwort auf diese Frage ist im Hauptgebäude und in den vier angrenzenden Pavillons erkennbar: eine umfassende Wellness-Anlage. Hier kann man im Fitness-Studio seinen Körper stählen, in der Granit-Sauna weiterschwitzen, anschließend im beheizten Innenschwimmbad ein paar Bahnen ziehen und danach mit Thalasso-Behandlungen und sanften Massagen seinen Körper angenehm regenerieren lassen.

Für Wellness allein, sagt Ingo Stritter, dem Goche Ganas seit 1997 gehört, nimmt wohl kein Europäer den weiten Weg nach Afrika auf sich. Doch zum Abschluss einer staubigen und anstrengenden Rundreise durch Namibia noch ein paar Tage entspannen - dieses Rezept funktioniere. Zumal das Naturreservat die Garantie bietet, Wildtiere zu sehen: Mehr als 1600 leben auf Goche Ganas. Neben den Giraffen finden sich unter den sorgfältig ausgesuchten 21 verschiedenen Arten auch Weisswedelgnus, Elenantilopen und - als besondere Attraktion - zehn Breitmaulnashörner.

Lars Radau